Gerade FRAUEN werden online belästigt, beleidigt und bedroht. Ganz normal, finden das anscheinend Politik und die – in Anführungszeichen – sozialen Netzwerke, dabei sind gerade Politiker:innen ebenfalls stark betroffen. Derweil verdienen Zuckerberg und Co. ordentlich Geld mit dem Hass. Bis die Verantwortlichen endlich handeln, nehmen wir die Sache in die Hand!

Denn sexualisierte Gewalt ist nicht nur ekelerregend – sie verletzt auch die Demokratie, indem sie kluge, kritische und empathische Stimmen zum Verstummen bringt.

Das darf nicht so weitergehen. Also sagen wir: #WegMitDemHass

Fürsprecher:innen

Das Zögern der Social-Media-Plattformen, entschiedene Maßnahmen zur Verringerung geschlechtsspezifischer digitaler Gewalt zu ergreifen, hat nicht nur reale Auswirkungen auf die Opfer selbst, sondern auch auf die Demokratie, die Meinungsfreiheit und die Gleichstellung der Geschlechter.

Frances Haugen
Informatikerin

„All users of social media platforms deserve to have tools to keep them safe. Facebook and other platforms need to be staffing enough people to answer complaints that are brought up by any user.“

Louisa Dellert
Influencerin und Unternehmerin

„Es braucht endlich konsequenteres Vorgehen gegen Digitale Gewalt in den Sozialen Medien. Besonders Frauen sind von Hasskommentaren und Dickpics betroffen. Wie sich das auf unsere mentale Gesundheit auswirkt, lässt sich bereits anhand erster Studien ableiten. Kein Platz für Digitale Gewalt und Misogynie im Netz!“

Foto: Laura Hoffmann

Sawsan Chebli
Berliner SPD-Politikerin

Hate Speech ist digitale Gewalt. Frauen werden beleidigt, bedroht und mundtot gemacht. Ihre Stimmen dürfen nicht aus dem Diskurs verdrängt werden. Deshalb unterstütze ich die Forderungen der Meldestelle Misogynie.

Foto: Mathias Bothor

Anna-Lena von Hodenberg
Geschäftsführerin HateAid

„Gewalt im Netz ist für Frauen leider normal geworden. Jede zweite junge Europäerin hat schon digitale Gewalt erlebt. Gewehrt haben sich viele – Recht bekommen nur wenige. Das hat System und genau daran müssen wir endlich etwas ändern – deswegen unterstütze ich den offenen Brief.“

Maren Heltsche
Mitglied im Vorstand des Deutschen Frauenrats

„Ob durch Hate Speech, ungefragte Dick Pics oder Vergewaltigungsandrohungen, Gewalt im Netz ist für viele Frauen und Mädchen ein täglicher Alptraum. Wir müssen dem mit wirksamen Gesetzen konsequent entgegentreten und den digitalen Raum zu einem sicheren Ort für Meinungsfreiheit und demokratischer Teilhabe machen.“

Foto: Delia Woehlert

Laura Karasek
Autorin, Fernsehmoderatorin und Schauspielerin

„Es gab Situationen in meinem Leben, in denen ich Angst hatte. Es gab Situationen, in denen ich dachte, ich dürfe nicht "zum Problem werden". Wenn ich als Schriftstellerin Sexszenen beschreibe oder über weibliche Lust schreibe, ist das übrigens keine Einladung zum Geschlechtsverkehr und macht aus mir auch keine Schlampe. Es gibt noch so unendlich viel zu tun. Aber es ist gut, dass wir es tun. Daher unterstütze ich die Forderungen der Meldestelle Misogynie.“

Foto: David Straßburger

Dr. Michaela Dudley
Kolumnistin, Kabarettistin, Keynoterin

„Die Misogynie, die sich seuchenartig im Internet verbreitet, muss endlich verboten werden. Die „Incelligentsia“ und die anderen Quellen des Frauenhasses, ob individuell oder institutionell, dürfen nicht mehr sagen, wo es langgeht. Zur Lösung des dringenden Problems müssen entsprechende zivil- und strafrechtliche Remedien ausgeschöpft, und ggf. neue Tatbestände formuliert werden. Die Plattformen selbst müssen Verhaltenskodizes nicht lediglich entwickeln, sondern auch umsetzen. Es geht nicht um Zensur. Als Journalistin, Künstlerin und gelernte Juristin schätze ich die Meinungsfreiheit als hohes Gut. Es geht um die Sensibilisierung, die Sanktionierung und den Schutz. Den Opferschutz, nicht die Täterunterstützung. Denn Frauenhass ist keine Meinung, sondern ein Monstrum. Frauenhass terrorisiert, Frauenhass tötet. Der Cyberspace muss ein Safe Space sein.“

Foto: Carolin Windel

Düzen Tekkal
Aktivistin und Founderin GermanDream

„Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass man als Frau im Netz viel härter angegangen wird als Männer, die Hemmschwelle zu persönlicher Beleidigung und Bedrohung niedriger ist. Deshalb unterstütze ich den offenen Brief der Meldestelle Misogynie.“

Foto: Hawar

Edith Heitkämper
Journalistin und Vorstandsvorsitzende ProQuote Medien

„Hass im Netz ist eine besonders perfide Form der Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Dass sie bisher kaum mit juristischer Schlagkraft bekämpft wird, ist ein Skandal. Diese menschenverachtende Hetze muss weltweit entschiedener verfolgt werden, damit Frauen Gerechtigkeit erfahren.“

Foto: Ulla Brauer/NDR

Nadine Schön
Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

„Hass im Netz ist für viele Frauen zum Alltag geworden. Ich will nicht, dass es auch zur Normalität wird. Deshalb stelle mich hinter den offenen Brief der Meldestelle Misogynie.“

Foto: Tobias Koch

Kristina Lunz
Co-Founderin von CFFP

„Politik und Plattformen müssen jetzt dringend handeln, damit die sozialen Medien endlich wieder ein sicherer Ort für Frauen, für uns alle werden. Deshalb stelle ich mich hinter die Forderungen der Meldestelle Misogynie.“

Foto: F. Castro

Ann Cathrin Riedel
Founder, CEO und Digital-Expertin

„Es braucht gute Regulierung, die zwei wesentliche Dinge verfolgt: Opfer wirklich schützt und Täter:innen verfolgt. Gesetze dürfen außerdem nicht so gemacht sein, dass Autokraten sie liebendgern kopieren, weil sie damit unliebsame Stimmen mundtot machen können. Wir haben in Deutschland und Europa eine große Chance für gute Regulierung. Nutzen wir sie weise.“

Foto: Paul Alexander Probst

Alex Sängerlaub
Co-Gründer von futur eins

„ ‚Der Zustand einer Demokratie bemisst sich am Herzschlag ihrer politischen Öffentlichkeit.‘, sagte einst Jürgen Habermas. In welchem Zustand ist also unsere Demokratie, wenn unsere Onlinediskurse von Hass und Hetze sowie Desinformation zersetzt sind? In denen sich zunehmend Frauen, PoC, LQBTQI* und viele andere zurückziehen, weil sie sich in diesen Diskursen nicht sicher fühlen? Die Politik hat in Deutschland wie in Europa mit dem DSA jetzt die einmalige Möglichkeit den Social-Media-Plattformen deutliche Grenzen zu setzen, um den Hass zu reduzieren.“

Foto: Andrea Russo

Inka Schneider 
Journalistin und TV Moderatorin, NDR DAS!

„ Auch digitale Gewalt ist Gewalt. Es fühlt sich schlimm an, hatemails zu bekommen und gefakte oder gestohlene Bilder von sich im Netz zu sehen. Das muss endlich Konsequenzen haben. Für Täter und Plattformen.“

Foto: Hendrik Lüders

Nataly Bleuel
Autorin

„So oft habe ich mich in den 24 Jahren, seit ich auch ins Netz schreibe, gefragt: Soll ich das jetzt wirklich sagen? Und mich wieder postwendend beschimpfen lassen als ahnungslose/dumme Journalistin/Praktikantin? Dass ich mich online zunehmend zurück gezogen habe. Das Internet ist aber wie die Demokratie für alle da. Und muss ein Ort werden, in dem alle ihre Stimme erheben mögen und nicht nur die, die am schrillsten und blindesten wüten, und mit deren Hass im Plattformkapitalismus am meisten zu verdienen ist.“

Foto: Julia Sellmann

Simone Rafael
Amadeu Antonio Stiftung

Es ist unerträglich, dass Frauen angegriffen und abgewertet werden, sobald sie sich im digitalen Raum politisch äußern. Wir können nicht länger hinnehmen, dass dies oft zum Rückzug führt und Frauen das Internet aktuell sowohl als Autor:innen als auch als Konsument:innen weniger nutzen als Männer. Ich wünsche mir ein Internet, in dem alle Stimmen gleichwertig Platz finden. Dafür müssen wir jetzt Misogynie entgegen treten. Vereint, solidarisch und entschlossen.

Lisa Ortgies
Fernsehjournalistin und Kolumnistin

„Der Hass im Netz trifft nicht nur die einzelnen Frauen. Er vergiftet unsere Demokratie und senkt die Hemmschwelle für Gewalt. Und ein Gesetz gegen diese Hater schützt uns alle.“

Soyeon Schröder-Kim
Wirtschaftsmanagerin

Hass im Netz, vor allem Hass im Netz gegen Frauen geht alle an! Viele der 18 bis 35-jährigen haben Hass im Netz schon persönlich erfahren. Ich bin überzeugt: Das darf nicht sein! Wir müssen alles daran tun, dass soziale Netzwerke nicht zu asozialem Verhalten führt. Und dass Gewalt gegen Frauen auch im Internet endlich ein Ende hat.

Foto: privat

Verena Hubertz
Sozialdemokratin, Unternehmerin und Bundestagsabgeordnete für Trier & Trier-Saarburg

„Dunkle Ecken brauchen Licht zum Schutz vor Gewalt gegen Frauen. Das gilt für Parkhäuser, zu Hause, genauso wie für das Netz. Deswegen unterstütze ich den offenen Brief der Meldestelle Misogynie.

Foto: © Photothek

Claudia Langer
Vorstand der Generationen Stiftung

„Ein Schutz vor Hate Speech, Diskriminierung, Mobbing und Falschinformation ist überfällig, wenn wir Menschen und unsere Demokratie vor Zerstörung schützen wollen.

Vivien Wulf
Schauspielerin

„Das Thema ist nicht neu, aber verändert hat sich nicht viel. Noch immer müssen sich primär Frauen im Netz Hass und Sexismus gefallen lassen. Cybermobbing ist ein reales und ernst zu nehmendes Thema, dass es zu bekämpfen gilt. Es darf keinen Raum mehr für Hass und Hetze geben. Uns muss klar werden: Wir dürfen nicht wegschauen und der Ball liegt bei jeder und bei jedem von uns. Wir brauchen mehr digitale Zivilcourage, denn das, was uns online passiert, beeinflusst uns nachhaltig offline.

Nena Schink
Journalistin und Moderatorin

„Hass im Netz lähmt. Ich selbst habe schon unzählige Male Hass im Netz erlebt. Von „Blond, blöd, bedauerlich“ bis hin zu „Frauen wie du gehören hinter den Herd“, war alles dabei. Geschrieben von Menschen, die ich nicht kenne, die mir ihren realen Namen nicht offenbart haben. Verletzt hat es mich trotzdem. Nachhaltig. Ich bin damit nicht allein. Millionen von Menschen haben dasselbe erlebt. Die Gruppe der 18-bis 35-Jährigen ist laut einer neuen Studie besonders betroffen. 90 Prozent von ihnen haben angegeben, mindestens eine Form der digitalen Gewalt mitbekommen zu haben. Und jede zweite Person hat digitale Gewalt selbst erlebt. Es reicht! Wir brauchen eine Passkontrolle für die sozialen Medien. Die Zeit der Fake Accounts muss enden! Vor allem müssen wir endlich unsere Stimme gegen Hass im Netz erheben! Ich bin dabei, du auch?

Marc Sinan
Komponist

„Das Internet ist so etwas wie der Wilde Westen der Gegenwart: alles erscheint möglich und alles ist erlaubt. Als Vater von drei Töchtern bestürzt mich, wie schutzlos insbesondere Frauen unkontrollierter Gewalt ausgesetzt sind, in der Folge einer Politik, die der Geschwindigkeit des Netzes bisher nicht folgen kann. Das muss sich dringend ändern!

Sigrid März
Vorstandsvorsitzende Freischreiber – Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten

„Journalist:innen erfahren nicht nur in der analogen Welt Anfeindungen und Übergriffe. Hetze und offene Drohungen im Netz sind längst Alltag. Freien Journalist:innen fehlt zudem der Rückhalt und Schutz einer Redaktion, sie stehen oft allein da.
Freie, unbeeinflusste Berichterstattung ist aber eine tragende Säule der Demokratie, die es zu schützen gilt. Dazu gehört auch, dass Journalist:innen ohne Angst vor Gewalt und Hass arbeiten können.
Deshalb unterstützt Freischreiber die Forderungen der Meldestelle Misogynie.

Forderungen

Wir wollen, dass das Netz ein Raum wird, in dem sich Menschen austauschen und in der Sache streiten. Und kein rechtsfreier Raum, in dem das Recht der Frauenhasser, Propagandisten und Profiteure gilt. Das Netz sind wir alle und Demokratie ist für alle da. Die Politik muss sie schützen. Und transparente und kooperative Plattformen müssen etwas dafür tun, nicht nur für hohe Gewinne und viel Gewalt zu stehen, sondern auch für die Garantie der Menschen- und Grundrechte.

Daher fordern wir:

1

Mehr Verantwortung der Plattformen

Mehr Verantwortung der Plattformen, gesetzliche Vorgaben sowie die eigenen Gemeinschaftsstandards einzuhalten. Plattformen, die digitale Gewalt auf ihren Systemen belassen, verdienen Geld mit diesem Hass.

2

Eine europäische Plattformaufsicht

Eine europäische Plattformaufsicht, die die Regeln des Digital Service Act (DSA) effektiv durchsetzt sowie eine unabhängige Prüfung von Plattformen beauftragt. Nur so kann die Verbreitung digitaler Gewalt effektiver bekämpft werden.


3

Ergänzung der Schutzziele in den DSA

Ergänzung der Schutzziele in den DSA um das Recht auf Geschlechtergleichheit, Diskriminierungsfreiheit und Jugendschutz.

4

Vereinfachte und verständliche Meldeverfahren

Vereinfachte und verständliche Meldeverfahren mit 3-Klick-Regel. Um digitale Gewalt aus dem Netz zu entfernen, muss die Meldung nach Gesetz von den Nutzer:innen unkompliziert umgesetzt werden können.

5

Einführung von „Sexualisierter Diskreditierung“ als neue Meldekategorie

Frauen werden vor allem aufgrund ihres Körpers angefeindet und belästigt. Eine neue Meldekategorie könnte das Ausmaß dieses Problems sichtbar machen.

6

Ausbau der Bearbeitungsprozesse von Meldungen

Plattformen müssen ihre Inhalte-Moderation verbessern, um Fehler bei der Bearbeitung zu verhindern. Wenn dies technisch nicht gelingt, dann von Menschen, die psychologisch geschult sind und die jeweilige Landessprache sprechen.


7

Schnellere Entfernung von Meldungen und Sanktionen gegen die Urheber:innen

Denn Hasskommentare können Shitstorms auslösen. Eine schnelle Löschung der Kommentare kann Betroffene davor schützen.

8

Effektive Strafverfolgung bei Verstößen gegen Persönlichkeitsrechte im Netz

Strafverfolgungsbehörden müssen daher dringend personell wie sachlich besser ausgestattet und sensibilisiert werden, um dieser Gewalt entgegenzuwirken.


9

Ein umfassendes Digitales Gewaltschutzgesetz

Ein umfassendes Digitales Gewaltschutzgesetz mit verbesserten Schutzmaßnahmen für Betroffene digitaler Gewalt. Dazu gehören schnelle und vereinfachte Klagemöglichkeiten für Betroffene bei Zivilprozessen sowie die Ausweitung der Förderung für Aufklärungs-, Beratungs- und Schulungsprogramme zur Abwehr digitaler Gewalt.

10

Einführung eines verpflichtenden Datenzugangs

Nur durch eine verpflichtende Programmierschnittstelle kann das Ausmaß digitaler Gewalt bewertet und beobachtet werden. Vertrauenswürdige Expert:innen aus Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft hätten so die Möglichkeit die Verbreitung und Nutzung digitaler Medien, systemische Risiken und zugrundeliegende ökonomische Interessen zu untersuchen.
74 %

74% der Frauen gaben an, im Jahr 2020 in der EU digitale Gewalt erlebt zu haben.¹
Allein jede dritte deutsche Internetnutzerin zwischen 18 und 34 Jahren ist bereits in Sozialen Medien sexuell belästigt worden.

93 %

Und 93% der jungen Frauen betrachtet Hassrede als besonders problematisch.² Frauen aus marginalisierten Gemeinschaften, einschließlich LGBTQIA+-Personen, Women of Colour, Jüd:innen, Muslim:innen und Schwarze Frauen, werden oft unverhältnismäßig oft Opfer digitaler Gewalt.³

Digitale Gewalt wird zunehmend in politischen Entscheidungsprozessen eingesetzt, um politische Gegner:innen einzuschüchtern und die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

57% der Bürgermeister:innen in Deutschland wurden schon beleidigt, bedroht oder sogar körperlich angegriffen.

35% wurden bereits in den sozialen Netzwerken beleidigt oder bedroht. Politiker:innen werden u. a. auf sogenannten Feindeslisten als Ziele markiert. Parteiübergreifend sind vor allem Frauen betroffen. 

Rund 90 % aller weiblichen Bundestagsabgeordneten war bereits mit Hassrede konfrontiert.4

Die Folge: politisch und journalistisch aktive Frauen ziehen sich oftmals aus öffentlichen Online-Diskursen zurück. 

Nur 15% der deutschen Internetnutzer:innen äußert sich häufig zu politischen Themen online,

63% hingegen selten oder nie.

Vor allem jüngere Männer oder Anhänger:innen der AfD äußern sich überproportional oft zu politischen Themen.5 Dies gibt Anlass zu erheblichen Bedenken hinsichtlich des Schutzes der Grundrechte, insbesondere des Rechts auf freie Meinungsäußerung. Aber es untergräbt auch unsere Demokratien, da diese Beteiligung unsere Demokratien repräsentativer und gerechter macht.

Jede Person sollte in der Lage sein, ihre Meinung zu äußern, ohne Belästigungen oder digitaler Gewalt ausgesetzt zu sein. Um das Recht auf freie Meinungsäußerung sinnvoll und effektiv nutzen zu können, sollte es frei und ohne Angst vor Gewalt und Missbrauch ausgeübt werden können. Digitale Gewalt führt häufig zu illegalem Verhalten.

Ein erheblicher Teil dieses Verhaltens erreicht jedoch nicht die Schwelle illegaler Inhalte, hat aber ebenso verheerende Auswirkungen. Frauen geben häufig die Bedrohung durch schnelle, weit verbreitete, öffentliche Angriffe auf ihre persönliche Würde an als einen Faktor an, der sie davon abhält, sich an Wahlen zu beteiligen. Angesichts dieser Bedrohungslage ist es wenig verwunderlich, dass ein stärkeres Vorgehen Hassrede erwartet wird.

So gaben 77 % der deutschen Internetnutzer:innen im Juni 2021 an, dass die Politik wenig gegen Hass und Hetze im Internet tut.6

Und jetzt?

Der neu gewählte Bundestag und die nächste Regierungskoalition haben jetzt eine einzigartige Chance, dieses Problem anzugehen – nicht durch unverhältnismäßige und kontraproduktive Maßnahmen wie z. B. eine Klarnamenpflicht, sondern durch effektive systemische Regulierung, sowohl in den Ländern, als auch im Bund oder in Europa (“Digital Services Act”).

Gemeint sind weitgehende Verpflichtungen für einflussreiche Plattformbetreiber wie: FACEBOOK, TWITTER, YOUTUBE, INSTAGRAM, TIKTOK & TELEGRAM

MELDESTELLEN FÜR MISOGYNIE

Ein Inhalt im Netz verstößt deiner Meinung nach gegen ein Gesetz? Dann hast du drei Optionen: du kannst Strafanzeige erstatten, eine Plattform-Meldung machen oder es einer entsprechenden Organisation wie HateAid melden. Am besten sogar alle Drei.

Zusammen wollen wir etwas ändern: